„Grill was Feines“

„Grill was Feines“

Das neue Jahr hat uns ereilt, und das Gefühl, dass der Winter im Wesentlichen ausgestanden ist, stellt sich ein. Und schon scharren alle mit den Hufen, die ihren Garten, das „Lieblingszimmer“, nutzen wollen, die Gartenmöbel auf der Terrasse platzieren wollen, neue Pflanzen und Kräuter ansetzen wollen. Dies ist nämlich die Kulisse für sommerliche Aktivitäten, wie das Grillen! Grillpartys sind beliebt, ob in Form von Kindergeburtstagen mit Bockwürstchen oder als Partys mit open end, bei denen neben Fleisch auch Meeresfrüchte oder Fleischloses, wie Sojawürstchen, auf dem Grill landen. Grillen, so sehen es alle passionierten Griller, ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht!
Einen echten Mann erkennt man heute daran, wie gekonnt er mit dem Grillanzünder, der Grillzange umgeht, wie nah er sich ans Feuer traut. Grillen ist wie Marlboro Country, nur eben im Garten eines Reihenhäuschens in Bottrop oder Lübeck. Wo man grillt, ist im Grunde unerheblich, wichtig ist, wie. Das Feuer überhaupt erst einmal in Gang zu setzen, zum Beispiel, wenn es etwas windiger ist, ist eine Herausforderung, und der Zünder vom Dienst kann sich der bewundernden Blicke der Damen- und Kinderwelt sicher sein, wenn es sich dann endlich kräuselt. Dann werden die Fleischstücke oder anderes Grillgut gekonnt eingepinselt und in den Räucherofen oder auf die gewellten Platten gelegt. Ob man ein wirklich offenes Feuer bevorzugt oder eine Kugel, die man ansatzweise verschließen kann, hat auch damit zu tun, wie nah bzw. geruchsempfindlich die Nachbarn sind. Die Nachbarn sind des Grillfreundes natürliche Feinde, es sein denn, es gelingt ihm, sie zu Freunden zu machen, indem er sie einlädt. Grillen ist nämlich nicht nur ein kulinarisches Erlebnis, sondern vor allem auch etwas Kommunikatives.
Die Saucen, Salate herum zu reichen, jeweils zu fragen, ob das Fleischstück schon braun genug ist, das setzt hoch philosophische Unterhaltungen in Gange, zum Beispiel darüber, welcher Grilltyp (selten, ständig, mit Vorsicht, nur vegetarisch) jemand ist. Die Welt dreht sich im Sommer einfach um das Grillen. Soll man auch einmal fremdes Terrain betreten, den heimischen Garten verlassen, sich an einem lauschigen See einfinden? Oder lauern dort wilde Tiere, wie Mücken, die man zu Hause nicht hat? Grillen, das Entzünden der Kohle, der ganze Vorgang hat einfach etwas Abenteuerliches, etwas, das der normale Alltag am PC oder im Lehrerzimmer nicht hergibt. Darum wird es allen Zwistigkeiten mit Nachbarn und anderen Spaßbremsen zum Trotz nie aus der Mode kommen. Man gönnt sich ja sonst nichts, nun heißt es: BarBQ Time!

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